Die Selbsthilfe nach DORN

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Leitfaden der Dorn Anwendung


"Die Deutsche Gesellschft für die  DORN-Bewegung e.V." hat am 7./8. November beim DORN-Treffen 2014 in Lautrach einen "Leitfaden der Behandlungsschritte" bei der Arbeit mit DORN zusammengefasst.


"Leitfaden der Behandlungsschritte bei DORN"
Impulse dienen der Selbstregulierung des Menschen der gedornt wird.

1. Beinlänge
Die Beinlängenkontrolle geschieht in Rückenlage mit angehobenen Beinen über die Fersen. Ziel ist es mit geeigneten Übungen die gleiche Beinlänge zu erreichen. Dies geschieht an allen Beingelenken durch eine natürliche, geführte Bewegung aus der abgewinkelten in die normale Position. Die Bewegung geschieht immer unter leichtem Berührungsimpuls ins Gelenk. Spüren und wahrnehmen wie der Körper sich reguliert.

2. Becken / Kreuzbein
Bei der natürlichen Bewegung des Beckens durch Beinschwingen unter einem sanften Impuls reguliert sich das Becken in seine natürliche Ordnung. Weitere Impulse werden an das Kreuzbein in die gefühlten Stellen gegeben um es in die Mitte zu begleiten.

3. Lendenwirbel- / Brustwirbelsäule
Mit den Händen wird fühlend, spürend an der Wirbelsäule und den Gelenken des Oberkörpers weitergearbeitet. An den Stellen an denen Veränderungen wahrgenommen werden, wird ein sanfter Impuls gegeben. Der Klient pendelt dabei mit einem Bein oder den Armen und bewegt sich zum Anwender hin, der ihm den Halt gibt.

4. Halswirbel
Mit den Händen wird fühlend, spürend an der Halswirbelsäule weitergearbeitet. An den Stellen an denen Veränderungen wahrgenommen werden, wird ein sanfter Impuls gegeben. Der Klient bewegt dabei seinen Kopf hin und her und neigt ihn auf die Seite an der gemeinsam gearbeitet wird. Die Hände oder der Unterarm geben dabei dem Kopf den Halt damit eine Selbstregulation geschehen kann. Bei der Impulsgebung am Atlas bewegt sich der Kopf des Klienten auch in einer Nickbewegung, beim Kiefergelenk wird der Mund auf und zu gemacht.

5. Gelenke der Extremitäten
Die Gelenke werden durch eine natürliche, geführte Bewegung aus der abgewinkelten in die normale Position gebracht. Die Bewegung geschieht immer unter leichtem Berührungsimpuls ins Gelenk. Spüren und wahrnehmen wie der Körper sich reguliert.

6. Selbsthilfe-Übungen
Aus der gemeinsamen Impulsgebung zur Selbstregulierung ergeben sich automatisch die einzelnen Selbsthilfeübungen an allen Teilen des Bewegungsapparates. Diese Übungen stabilisieren den Erfolg des Dornens.


DORN ist für Alle Menschen

Dieter Dorn sah seine Methode als Hilfe zur Selbsthilfe und nicht als Therapie und wollte dass seine Arbeit für jedermann frei zugänglich und anwendbar ist.


 Ein DORN Anwender ist kein Therapeut!

Dorn Anwender wenden DORN als Hilfe zur Selbsthilfe an.

Dies kann als Eigenanwendung oder als Anwendung an einem Klienten sein.

Die Methode von (nach) Dieter Dorn (Ursprünglich Dorn Methode genannt und Nicht Dorn Therapie!) ist eine
Selbsthilfe-Methode und keine Therapie!

In der Anwendung wird dem Klienten gezeigt wie die Selbstregulierung des Körpers durch DORN gefördert werden kann.

Dies geschieht gemäß dem Leitfaden der DORN Anwendung

Die Anwendung ist eine praktische Demonstration der Möglichkeiten zur Selbstregulierung durch eigenverantwortlich durchgeführte Selbsthilfe-Übungen.

Ratschläge zur Bewusstwerdung der Eigenverantwortung sind ein wichtiger Teil jeder DORN Anwendung.

Ein DORN Anwender ist ein Gesundheits-Coach / Lehrer der seinen Klienten dabei hilft sich auf den Weg zu seiner eigenen Gesundheit zu begeben.

Bitte beachten Sie:

Die Anwendung von DORN als Therapieform ist (im Sinne von Dieter Dorn) nicht angezeigt. Ein therapeutisch zielgerichtetes Arbeiten am Patienten soll nach den gesetzlichen Bestimmungen erfolgen.


 

Die Behandlung:

Die Behandlung wird mit detailierten Erklärungen über die möglichen Ursachen von Wirbelsäulenproblemen und unterschiedlicher Beinlänge wie z.B. falsche Bewegungsmuster beginnen damit der Patient diese in der Zukunft vermeiden kann.

Als erstes wird die Beinlänge in liegender Position überprüft. Das Hüftgelenk wird um ca. 90° abgewinkelt und das Bein dann wieder vorsichtig abgelegt während die Knochen durch einen sanften Druck in der Bewegung wieder in ihre ideale Lage zurückgebracht werden. Dies kann auch vom Klienten selbst gemacht werden und ist absolut sicher, einfach und schmerzlos!

Es folgt die Behandlung von den Kniegelenken und den Fussgelenken nach dem gleichen Prinzip: Sanfter Impuls in Richtung des Gelenks während das Gelenk von der gebeugten in die gestreckte bzw. neutrale Stellung bewegt wird.

Danach wird die Hüfte auf Fehl - oder Schiefstellungen überprüft und im Bedarfsfall richtig gestellt. Der Klient steht dabei und lehnt sich in der Regel unterstützt durch den Therapeuten an. Es folgt die Überprüfung, und bei Bedarf, Korrektur der Lendenwirbelsäule bis zur unteren Brustwirbelsäule ebenfalls in stehender Position.

Während sich der Klient sich in sitzender Position befindet,wird die obere Brustwirbelsäule abgetastet und bei Bedarf in die ursprüngliche Position zurückgeführt,

Danach folgt die Halswirbelsäule und bei Bedarf auch andere Gelenke wie Schultergelenk, Ellbogengelenk, Hand - und Fingergelenke, Schlüsselbeingelenke oder Kiefergelenk.

Das Prinzip während der Behandlung ist immer dasselbe: Der Klient befindet sich in der Eigendynamik (Bewegung),während die Wirbelkörper mit sanftem Impuls/ Druck in Richtung Gelenk, wieder in ihre richtige Position begleitet werden. Dies basiert auf den natürlichen Eigen-Ausrichtungsprinzipien.

Zum Beispiel: Befindet sich ein Lendenwirbel nicht in der kongruenten Lage, kann ertastet werden, in welcher Richtung sich der Wirbel verschoben hat.Nun kann mit sanftem Impuls beginnend am Dornfortsatz, unter Zuhilfename des Daumens, der Wirbel wieder in die natürliche Lage zurück geführt werden. In stehender Position pendelt der Kient mit dem gegenüberliegenden Bein locker vor und zurück, hierbei wird die Haltemuskulatur ablenkt. Dadurch wird  Richtigstellung relativ einfach ermöglicht. Dieses Prinzip wird im oberen Brustwirbelbereich durch das Schwingen der Arme und im Halswirbelbereich durch das lockere Hin- und herbewegen des Kopfes, wie beim neinsagen, umgesetzt

Die Gelenke werden durch sanftenDruck gebend, mit dem Daumen oder der Hand zu ihrer natürlichen Position geleitet. Dies ist eine sehr sanfte und natürliche Art und Weise die gerne vom Körper angenommen wird.

Die Behandlung kann manchmal etwas schmerzhaft werden und muss dann sofort unterbrochen werden, um eine Eigenschutz-Verspannung der Muskulatur zu vermeiden. Der Schmerz hört dann sofort auf nachdem die Hand weggenommen wurde, deshalb ist die Kooperation zwischen Klient und dem Dornmasseur sehr wichtig. Dadurch können Unangenehmlichkeiten vermieden werden.

 

Nach der Behandlung:

Dem Klient werden bereits schon während der Behandlung, einfache Selbshilfe-Übungen gezeigt die regelmässig zu Hause durchzuführen sind. Diese Eigentherapie-Übungen, die jeder Klient in Form eines Selbsthilfe- Übungsblatt, ausgehändigt bekommt, sind sehr Wichtig. Bei regelmäßiger Anwendung, kann sich der Körper in einem Zeitraum von bis zu ca. 8 Wochen´, Umstrukturieren und wieder in die Anpassungsphase gelangen. 

Desweiteren werden, falls nicht schon am Anfang gemacht, falsche und ungesunde Bewegungsmuster diskutiert und manchmal werden psychologische Zusammenhänge erörtert die ebenfalls intergriert werden sollten um Rückschlage zu vermeiden. Auch diese können vor Ort besprochen werden. Am besten werden diese Hinweise und Ratschläge auf einfachen Merkblättern dem Patienten mitgegeben.

Es wird empfohlen nach der Dorn Behandlung bestimmte Massagen zu machen damit die verspannte Muskulatur keine weiteren Fehlstellungen mehr fördert oder gar verursacht. Gerne wird die Breuss Massage danach durchgeführt.

» Die Dorn Methode, korrekt angewendet, ist eigentlich keine Therapie sondern eine komplette Coaching (Beratungs) Methode die es dem Anwender (Klienten) ermöglicht Eigenverantwortung zu übernehmen und einen individuellen Heilungsprozess anzustreben um langfristige Erfolge zu erreichen!

 

Behandlungs-Reaktionen:

Manchmal (» nicht immer) zeigt der Körper in den Tagen nach der Behandlung (auch bei der Eigentherapie Anwendung) gewisse Folgereaktionen. Es kann ein dumpfer Muskelschmerz vergleichbar mit Muskelkater auftreten, Empfindlichkeit an den Druckpunkten ist ebenfalls manchmal vorhanden.

Entgiftungssymptome durch den verbesserten Stoffwechsel (besserer Nervenfluss) wie etwa Erkältungserscheinungen, Veränderungen am Stuhl und im Urin, Hautreaktionen etc. können sich zeigen.

Sogar ein Erwachen von Unterdrückten und Ungelösten Inneren Problemen, oft dargestellt in emotionalen Stimmungsschwankungen, kann manchmal beobachtet werden. Diese Reaktionen sollten akzeptiert und als positive Heilungskrise bewertet werden und weissen auch auf die Effektivität der Methode hin.

» Selbstverständlich sind meistens auch sehr positive Reaktionen wie etwa das Verschwinden von langjährigen Schmerzen oder das Verbessern von Chronischen Inneren Leiden regelmässig festzustellen.

Beim Auftreten von unerwartet starken Körperreaktionen sollte allerdings der Dorn Therapeut und eventuell auch der Arzt Ihres Vertrauens zu Rate gezogen werden!

 

Beachte: Versuchen Sie niemals die Dorn Therapie an anderen anzuwenden ohne dass zuvor eine intensive Einweisung bzw. ein Praxis-Seminar durch einen anerkannten und erfahrenen Dorn Methode Ausbilder gemacht wurde.

Obgleich die Dorn Methode und die Selbsthilfe / Eigentherapie Übungen bei korrekter Anwendung sehr sicher sind, kann keine Verantwortung oder Haftung für mögliche Konsequenzen dieser Anwendung übernommen werden.

Es ist in jedem Falle angeraten zuerst einen Arzt oder Heilpraktiker seines Vertrauens zu konsultieren denn Rückenschmerzen und andere Gesundheitsprobleme können andere Ursachen als Wirbel- und Gelenk-Fehlstellungen haben und sollten zuerst abgeklärt werden.

Die Dorn Methode hat bestimmte Limits die vor jeder Behandlung beachtet werden müssen!

Denken Sie daran: Die DORN METHODE ist KEIN Ersatz für irgendeine andere Therapie oder medizinische Behandlung aber Sie ist eine empfohlene und sehr effektive Ergänzung!

 

Basisanwendung DORN ca. 1/2 Std                       30,- Euro

Basisanwendung DORN und Breuss  ca. 1Std     50,- Euro

Dieter Dorn und sein Weg

Ein ganz gemeiner Hexenschuss stand am Anfang

Wir betreiben ein Sägewerk und bewirtschaften einen kleinen Bauernhof.

Irgendwann passierte mir im Sägewerk ein Missgeschick, das mein Leben verändern sollte: Ich hob einen Baumstamm ungünstig von der Seite heraus an und verspürte plötzlich einen eigenartigen leichten Riss im unteren Rücken. Danach konnte ich mich nicht mehr aufrichten. Mit Mühe schaffte ich es gerade noch, mich bis zum nächsten Sofa zu schleppen. Ich dachte, dass sich die Sache in einer Viertelstunde von selbst lösen würde, doch das war nicht der Fall. Ich kam nicht mehr vom Sofa hoch und musste mich herunterwälzen, auf den Boden legen und brauchte eine Viertelstunde, um Millimeter für Millimeter hochzukommen. »Was jetzt?«, fragte ich mich, »Gehe ich zu einem Arzt? zu einem Einrenker? oder was sonst?«
Der Einrenker

Zu einem Arzt bin ich damals nicht gegangen. Deshalb kann ich nicht sagen, ob ein Arzt mir hätte helfen können. Möglicherweise wäre eine Bandscheibenoperation herausgekommen. Mir ging es auch um Zeitersparnis, und ich musste an einen alten Bauern denken, den ich als junger Mann ausgelacht hatte. Ausgelacht, weil ich Rückenprobleme und die damit verbundenen Schmerzen nicht kannte. Zu diesem Josef Müller, dem Schloss-Bauern in unserem Ort, ließ ich mich bringen. Er sagte mir mit einer Geste: »Krumm kommen die Leute rein, und gerade gehen sie wieder raus.«

Und tatsächlich: Ich musste mit einem Bein schwingen, während er mir von hinten mit dem Daumen ins Kreuz drückte, und schon war der Schmerz weg. Alles ging ganz schnell. Dieser Josef Müller hatte die Methode vor langer Zeit von einer alten Bäuerin abgeschaut, einer kleinen einfachen Frau, die zu ihm in die Stallungen gekommen war, um das Vieh einzurichten, und die auch die Dienstboten behandelt hatte. Seit meiner Jugend behandelte Josef Müller jetzt die Leute aus dem Dorf, etwa ein oder zwei Menschen im Monat.

Als ich ihn im Anschluss an die Behandlung fragte: »Kann man das lernen?«, antwortete er: »Du brauchst es nicht zu lernen, du kannst es.« Ich war verwundert, und irgendwie reizte mich die Sache. Doch als ich ihm zum Dank eine Flasche Wein bringen wollte, war er aufgrund einer Krankheit nicht mehr ansprechbar. Vier Wochen später lag er im Koma und acht Wochen später starb er. Die Methode musste ich mir also vollständig selbst erarbeiten.
Die Kopfschmerzen meiner Frau

Meine Frau litt damals seit 15 Jahren an Kopfschmerzen. Sie hatte fast alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Ein Professor aus Ravensburg hatte anhand eines Röntgenbildes festgestellt, dass bei ihr zwei Querfortsätze der Wirbel viel zu lang waren. »Diese drücken auf den Nerv, man müsste sie abmeißeln«, so die Ansicht des Mediziners.

Ich glaube jetzt, dass die Wirbel nur verdreht waren, und auf dem Röntgenbild dadurch eine Art optische Täuschung entstand. Nach der Diagnose des Professors hatten wir damals das Gefühl, nichts zu verlieren zu haben und ich sagte meiner Frau: »Wir machen das jetzt genauso, wie der alte Mann das bei mir gemacht hat.« Gesagt, getan: Ich habe die zwei Querfortsätze mit den Fingern ertastet und drückte dann vorsichtig, so dass sie schön gleichmäßig saßen. Es funktionierte, die Kopfschmerzen waren danach weg.
»Ich bin ganz instinktiv vorgegangen.«
Die Nachbarin

Dann ging es bald los. Vierzehn Tage oder drei Wochen später war unsere Nachbarin dran. Sie war eine allein stehende Person, im Haus nebenan, und hatte immer bei uns die Milch abgeholt. Als einmal der Platz für ihre Milchkanne leer blieb, sagte ich meiner Frau: »Wir müssen mal rüberschauen, was da los ist, sie könnte ja tot im Bett liegen.«

Wir gingen hinüber und fanden unsere Nachbarin im Bett liegend vor. Sie konnte sich nicht mehr rühren und klagte: »Mir tut der ganze Fuß so weh, ich kann keinen Millimeter mehr rauf tun.« Ich fragte: »Darf ich schauen?« – »Ja, gern.«

Mich interessierte, was es sein könnte. Der Erfolg bei meiner Frau hatte mich derart angespornt, dass ich dachte, vielleicht auch hier helfen zu können. Zu meinem Erstaunen sah ich, dass das schmerzende Bein fünf Zentimeter länger war als das andere. Das kann ja nicht normal sein, dachte ich, das muss mit den Schmerzen zusammenhängen. Unsere Nachbarin berichtete dann, dass sie deswegen schon seit einem Jahr bei einem Arzt in Behandlung sei die verordneten Spritzen und Bestrahlungen hatten bislang jedoch keinen Erfolg gebracht.

Nach meiner Einschätzung war das schmerzende Bein irgendwie aus der normalen Hüftgelenkposition geraten. Aber mir hatte noch niemand gezeigt, wie man eine Hüfte wieder richtet. Ich dachte mir, wenn die Hüfte raus geht, muss sie auch wieder rein gehen und bin ganz instinktiv vorgegangen.

Ich hob das Bein an und schob es wieder in die Hüfte hinein, mit einer Bewegung, die das Bein unter natürlichen Umständen auch macht. Nach dieser Übung waren beide Beine wieder gleich lang. Zwei Stunden später rief die Frau aus dem Fenster heraus, sie könne jetzt wieder laufen, die Schmerzen seien weg und ich solle morgen die Sache noch einmal anschauen.

Unsere Nachbarin ist danach noch bis ins höchste Alter jeden Tag zur Kirche gegangen, die einen Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Bergrückens lag.
Der humpelnde Bauer

Mein nächster Fall war ein Bauer, den ich nie anders als humpelnd gekannt hatte. Bei ihm war deutlich sichtbar, dass ein Bein länger als das andere war. Wie bei unserer Nachbarin gelang es mir, sein längeres Bein wieder in die Hüfte einzuheben.

Drei Wochen später erfuhr ich, dass der Bauer bei Dacharbeiten aus sieben Meter Höhe von einem Gerüst gefallen war. Ich war mir sicher, dass sich sein Hüftgelenk bei dem Sturz wieder ausgerenkt hatte. Aber nichts dergleichen war geschehen: Als er ein Vierteljahr später als Kunde ins Sägewerk kam, zeigte er mir eine 40 Zentimeter lange Narbe am Bein, die Folge der Wunde, die er sich bei dem Sturz zugezogen hatte. Die Narbe befand sich an demselben Bein, das ich behandelt hatte, doch das von mir eingerichtete Gelenk hatte den Sturz unbeschadet überstanden. Das war eine wichtige Information für mich: Das Gelenk war nicht abgenutzt gewesen, denn sonst hätte sich die Hüfte wieder ausgerenkt. Die Erkenntnis, dass es sich bei solchen Gelenkproblemen nicht so sehr um Abnutzungserscheinungen, sondern um echte Gelenkverschiebungen handelt, gab mir viel Mut bei meinem weiteren Vorgehen.
»Die Methode ist mir zugefallen, ich hatte nicht vor, eine Methode zu erschaffen.«
Selbsthilfeübungen

Bald entdeckte ich, dass sich Menschen mit Gelenkproblemen auch selbst helfen können. Ich probierte gemeinsam mit Betroffenen aus, ob es möglich war, dass diese ihre Beine selbst in die Hüfte hoben und die Versuche gelangen. Das war ein weiterer Fortschritt. Die Genesenden konnten nun das Gelenk mit Übungen nachbehandeln, ohne von mir abhängig zu sein.
Unerwartete zusätzliche Wirkungen

Und dann sagten mir meine Wirbelsäulenpatienten hinterher: »Jetzt sind meine Herzschmerzen weg«, oder: »Ich kann wieder besser sehen«, oder: »Mit der Verdauung klappt es auch wieder«, oder: »Der Kleine ist nach der Behandlung kein Bettnässer mehr«, und so fort. Ich wurde stutzig. Wenn das wirklich so war, dann hieße das ja, dass alles mit der Wirbelsäule verbunden wäre!

Ich schaute mich nach Literatur um und fand das Werk eines amerikanischen Arztes und Heilers, der über ein Jahrzehnt in China die einheimische Medizin gelernt hatte: Akupunktur ohne Nadeln von J. V. Cerney. Cerney präsentiert in seinem Buch eine Wirbelsäulenaufstellung mit den dazugehörigen Organen. Er beschreibt treffend, wie die Meridiane mit der Wirbelsäule verbunden sind. Wenn zum Beispiel der siebte Halswirbel verschoben ist, kann die große Zehe schmerzen. Für einen Arzt, der diese Zusammenhänge nicht eingehend studiert hat, ist es schwer, auf diese und andere Zuordnungen zu kommen. Er schaut die schmerzende Zehe an, röntgt sie und gibt eventuell Spritzen. Aber wieso sollte er wissen, dass die Ursache des Problems im siebten Halswirbel zu finden ist?

Ich könnte viele Beispiele für die Zusammenhänge von Wirbeln und Organen anführen. So habe ich einmal eine Nonne behandelt, die eine Zungenlähmung hatte. Ihr Arzt hatte mich gerufen. Ich drückte den zweiten Halswirbel der Nonne wieder in die richtige Position und im gleichen Moment löste sich die Lähmung und alles war in bester Ordnung.

Ein besonders problematischer Fall war dieser: Eine Frau wurde von ihrem Partner zu mir gebracht. Sie war im fünften Monat schwanger, ihr Kreislauf war zusammengesackt, der Puls kaum fühlbar und sie schien richtig benommen zu sein. Ich wollte sie sofort in ein Krankenhaus schicken. Doch sie sagte, da komme sie gerade her. Sie hatte eine Spritze erhalten und war nach Hause geschickt worden. Ich tastete ihre Verdauungsnerven ab, drückte die Wirbel an der richtigen Stelle hinein und war kaum damit fertig, da übergab sich die Frau. Auf der Heimfahrt ging es ihr bereits erheblich besser. Zwei Tage später kam das Paar noch einmal, strahlend.

Folgendes war passiert: Der Magen der Schwangeren hatte nicht gearbeitet, weil die Wirbelnerven, die die Aufgabe hatten, ihn zu versorgen, eingeklemmt waren. Der Magen hatte immer weiter Nahrung aufgenommen und sich aufgebläht, konnte sich aber nicht richtig nach unten ausdehnen, weil das Ungeborene im Bauch den Platz beanspruchte. Daher drückte der Magen nach oben auf Lunge und Herz. Das Herz konnte nun nicht mehr richtig schlagen und deshalb war der Kreislauf zusammengesackt.
Die Bekanntschaft mit Dr. Hansen

Ich experimentierte, forschte und arbeitete mit der Methode weiter. Dann trat 1985 Dr. Thomas Hansen, früher Chirurg und Orthopäde in Bremen, an mich heran. Er suchte eine ganzheitliche Heilweise nur den Körper zu behandeln, genügte ihm nicht mehr.

Nachdem er seine Praxis aufgegeben und in Markt Rettenbach, zwischen Memmingen und Kaufbeuren, ein Haus für Gesundheit eröffnet hatte, hörte er von den Leuten im Ort: »Wenn man etwas im Kreuz hat, muss man zum Dorn gehen, aber der Dorn ist kein Arzt.« Das erstaunte ihn so sehr, dass er sehen wollte, wer ich war.

Beide, Dr. Hansen und seine Ehefrau, hatten Rückenprobleme und haben sich von mir behandeln lassen. Anschließend kam Dr. Hansen auf die Idee, Seminare über meine Methode zu veranstalten. Er versorgte mich kistenweise mit medizinischer Literatur, und sagte: »Aber Herr Dorn, sie müssen Fundamente haben. Sonst können sie sich nicht hinstellen und Seminare geben.«

So war ich bis dahin der Meinung, dass ich bei den von mir behandelten Menschen auf die Bandscheiben drückte. Erst Dr. Hansen klärte mich auf: Es waren die Dornfortsätze, die ich bewegte, und mit der Bewegung dieser Fortsätze bewegten sich auch die Bandscheiben. So laienhaft hatte ich also zugegriffen, und trotzdem hatte es funktioniert!

Dann kam der erste Seminarversuch und es folgten weitere. Ich war fast der Meinung, Seminare zu leiten sei Begabung, so etwas könne man nicht lernen. Erfreulicherweise stellte sich heraus, dass es nicht nur Begabung ist.

Zu jeder Veranstaltung kamen einige Leute, die die Methode intuitiv verstanden. Die Methode sprach sich herum und überzeugte mehr und mehr Menschen.
»So ein Laie war ich! Aber die Sache hat funktioniert.«
Die Methode erhält einen Namen

Auch der Heilpraktiker und Veranstaltungsausrichter Helmuth Koch hatte inzwischen von den Seminaren gehört und diese besucht. Die Methode hatte ihn überzeugt. 1988 fragte er mich schließlich: »Würdest du deinen Namen dafür hergeben?« Ich antwortete ihm, eigentlich könnte ich meinen Namen schon dafür hergeben, denn die Methode sei gewissermaßen von mir. Josef Müller hatte mich damals zwar behandelt, aber lediglich an der Wirbelsäule.

Er wusste nicht, wie man Bein- und Hüftgelenke einrichtet, und hat, so vermute ich, auch nicht mit der Halswirbelsäule gearbeitet. So hatte ich ein gutes Gewissen, als Helmuth Koch die Sache Methode Dorn nannte. Aber mir geht es nicht um den Namen und meine Person.

Und wenn die Methode Huber-Methode oder anders heißen würde, wäre es mir auch recht. Es geht darum, dass die Methode funktioniert und dass sie vielen hilft. Inzwischen bemühen sich viele, die Methode durch Seminare weiterzugeben. Die im kleinen, regionalen Raum geborene Dorn-Methode ist schon keine nationale Sache mehr, sie ist eine internationale Behandlungsmethode geworden.

Die DORN-Anwendung ist eine manuelle Anwendungsform, die von einem Laienbehandler ausgeführt werden kann, die einfach und schnell erlernbar ist. Es bedarf lediglich eines guten Fingerspitzengefühls und der Bereitschaft des Klienten mitzuarbeiten und dessen Eigendynamik, wie zum Beispiel das Pendeln der Beine oder Arme, sowie anschließende Selbsthilfeübungen, um die Korrekturen langfristig zu festigen.


Die Basis für einen geraden Rücken ist eine gleichmäßige Beinlänge und ein waagerechtes Becken -  die gesamte Statik des Körpers ist hiervon abhängig. Durch die Kontrolle der Beinlänge können z.B.  Verschiebungen an den großen Beingelenken bzw.  des Beckens erkannt werden. Diese können dann gemeinsam (Anleiter und Klient) korrigiert werden. Im Folgenden wird die Wirbelsäule mit dem Daumen abgetastet und bei Wirbelverschiebungen mit sanftem Impuls auf den Dorn- oder Querfortsatz korrigiert. Während der Korrektur pendelt der Klient mit dem Arm oder dem Bein, ab der Halswirbelsäule wird ein Kopfschütteln benötigt. Der Schulterbereich, so wie Arm-  und Fingergelenke werden korrigiert.

 

 

 

 


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